Cannabis-Preisindex 2022

Studie zeigt Preisunterschiede zwischen medizinischem Marihuana aus der Apotheke und Gras von der Straße und deckt auf, welche Steuereinnahmen nach der Legalisierung von Cannabis zu erwarten sind.

Apothekenpreise

111 Cannabissorten zwischen 7,99 und 14,33 Euro pro Gramm in deutschen Apotheken

Apotheken in Deutschland warten bereits mit einer großen Auswahl an rezeptpflichtigen, medizinischen Cannabissorten auf, die man durch ein Cannabis Rezept online bekommen kann. 111 verschiedene Sorten ließen sich recherchieren, die preislich im Durchschnitt 11,90 Euro pro Gramm kosten. Die Preise starten bei 7,99 Euro pro Gramm, wie Cannabissorte Aphria Typ 1 mit einem THC-Gehalt von 21 Prozent. Die hochpreisigen Sorten lagen in der Apotheke bei 14,33 Euro pro Gramm, dazu gehörten vorwiegend verschiedene Produkte der Marke Tilray mit einem THC-Gehalt von 25 Prozent. Marktpreis und THC-Gehalt sind bei medizinischem Marihuana nicht merklich gekoppelt. Es fand sich günstiges Cannabis mit einem hohen THC-Gehalt, vergleichsweise teures Cannabis mit wenig THC und umgekehrt. Legt man auf einen hohen THC-Gehalt großen Wert bietet zuvor beschriebene Sorte Aphira Typ 1 das beste Preis-Leistungsverhältnis. Medizinisches Marihuana aus der Apotheke wird mit 19 Prozent Mehrwertsteuer besteuert. Eine Hochrechnung des Apothekerverbands zeigt, dass die legale Abgabe von Marihuana an rund 150.000 Patienten dem Staat jährlich bereits 13 Millionen Euro beschert.

Straßenpreise in acht deutschen Großstädten

#
Stadt
Land
Status Legalität
Preis pro Gramm, in €
1
Tokio
Japan
Illegal
26,128
2
Seoul
Südkorea
Illegal
25,952
3
Kyoto
Japan
Illegal
23,72

Lokale Preisunterschiede bei Cannabis von bis zu 40 Prozent

Die Straßenpreise für ein Gramm Marihuana auf dem Schwarzmarkt bzw. beim lokalen Händler unterscheiden sich zwischen den deutschen Großstädten teils gewaltig. Während man in Frankfurt am Main im Schnitt 8,23 Euro pro Gramm zahlt, sind es in München bereits 11,65 Euro pro Gramm und damit 40 Prozent mehr als in der Bankenmetropole. München ist von allen acht untersuchten Städten die Stadt mit den teuersten Preisen für Cannabis von der Straße, gefolgt von Berlin mit 10,82 Euro pro Gramm und Stuttgart mit 10,80 Euro. In Hamburg, Köln, Düsseldorf, Hannover und Frankfurt am Main bleibt das Gramm in der Regel unter dem sogenannten Tenner.

In keiner deutschen Großstadt wird so viel gekifft wie in Berlin. Trotz aller Gesetzeswidrigkeit werden jährlich schätzungsweise 11,6 Tonnen Cannabis konsumiert. Etwa halb so viel rauchen die Hamburger mit 5,9 Tonnen im Jahr.

Mehr als 250 Millionen Euro Steuer­mehr­ein­nahmen nach Legalisierung zu erwarten – nur durch acht Großstädte

Die Ampelparteien haben die Legalisierung in ihrem Koalitionsvertrag verankert. Eine Entkriminalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis ist nur noch eine Frage der Zeit und könnte dem Bund mehrere Hundert Millionen Euro Steuermehreinnahmen bringen, wie Hochschätzungen anhand der Konsumdaten der Großstädte zeigen. Allein die Berliner Kiffer könnten dem Haushalt 91,8 Millionen Euro Steuereinnahmen generieren, angenommen die Marktpreise blieben und das aktuelle Tabaksteuermodell würde angewendet. München und Hamburg könnten jeweils mehr als 40 Millionen Euro einnehmen und selbst Hannover, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt jeweils über zehn Millionen Euro an Steuern. Das US-amerikanische Modell, wie es zum Beispiel in Kalifornien angewendet wird, wäre weniger lukrativ für den Steuernehmer aber brächte jeder Stadt dennoch mehrere Millionen Euro Steuermehreinnahmen.

Quellen

  • Schwarzmarktpreise: Crowd-basierte Umfrage in den genannten Städten und in Anlehnung an den Jahresbericht 2021 des Drogenbeauftragten der Bundesregierung
  • Apothekenpreise: eigene Recherche in 20 Apotheken bundesweit
  • Cannabiskonsum in Tonnen:
    • Verbrauch = Bevölkerung * Verbreitung * Verbrauch_Jahr_Gramm
    • Bevölkerung: letzte verfügbare Datenquelle zur lokalen Bevölkerung.
    • Jährliche Prävalenz (prozentualer Anteil der Bevölkerung, die im letzten Jahr Gras konsumiert haben), Quelle: World Drug Report 2017 des United Nations Office on Drugs and Crime
    • Jährliche Verbreitung: prozentualer Anteil der Bevölkerung, die im letzten Jahr Gras konsumiert haben, Quelle: Weltdrogenbericht 2017 der Vereinten Nationen, Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung.
    • Durchschnittlicher Verbrauch von Gras pro Jahr in Gramm: Menschen, die im letzten Jahr wenigstens einmal Gras konsumiert haben.

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